Alsdorf: Pikrinsäure sorgt für Feuerwehr-Großeinsatz

Am Mittag wurde die Feuerwehr Alsdorf gegen 12.05 Uhr zu einem Säurefund in die Rathausstraße gerufen. In einem ortsansässigen Gewerbebetrieb hatte man ein Behältnis mit über 100ml Pikrinsäure gefunden.

Aufgrund der vorgefundenen Menge „undefinierter Pikrinsäure“ ordnete der stv. Wehrführer und Einsatzleiter Markus Dohms eine umfassende Evakuierung des Geschäftsgebäudes sowie umliegender Nachbargebäude an. Nach beigezogenen Unterlagen des Einwohnermeldeamtes sollten insgesamt 91 Personen in dem zu evakuierenden Radius gemeldet sein. Es wurde Vollalarm für die freiwilligen und hauptamtlichen Kräfte der Feuerwehr Alsdorf ausgelöst und die beiden Fachberate „Chemie“ der Feuerwehr Alsdorf zur Einsatzstelle gerufen. Mit einem erheblichen Kräfteaufgebot wurden sämtliche betroffene Wohnungen überprüft und die angetroffenen Bewohner in den Räumlichkeiten des „Cinetower“ vorübergehend untergebracht. Durch die Einsatzkräfte um Markus Dohms wurde vorsorglich ein Dekontaminationsplatz errichtet und ein Löschangriff vorbereitet. Bereits kurze Zeit nach Alarmierung trafen Spezialkräfte von Polizei und LKA an der Einsatzstelle ein. Das LKA übernahm die Beseitigung und Abtransport der Pikrinsäure. Nach Übernahme der Räumungsarbeiten durch das LKA konnten die Wehrleute sukzessive ihren Einsatz beenden. Einsatzleiter Markus Dohms lobte die gute Zusammenarbeit der einzelnen beteiligten Stellen, wie Polizei, Rettungsdienst, Einwohnermeldeamt, Ordnungsamt, ETD und LKA. Ebenso lobte Dohms das besonnene Vorgehen des Gewerbetreibenden. „Nicht selten werden in Gewerbebetrieben und auch Privathaushalten Säuren, Laugen oder andere Stoffe vorgehalten. Durch lange Lagerzeiten können jedoch Flüssigkeiten verdunsten und kristalline Rückstände entstehen oder Stoffe ihre Wirkung verändern. Die Eigenschaften und Gefahren dieser veränderten Stoffe sind häufig nicht bekannt. Es sollten daher die etwaigen Altbestände regelmäßig kontrolliert und veraltete Stoffe fachmännisch entsorgt werden. Bei dem vorliegenden Einsatz wurden so aus ungefährlicher phlegmatisierter Pikrinsäure sog. undefinierte Pikrinsäure“, so Markus Dohms. An der Einsatzstelle machten sich ebenfalls Bürgermeister Alfred Sonders, der erste Beigeordnete Ralf Kahlen und der Leiter des Ordnungsamtes Jürgen Kochs ein Bild von der Lage. Gegen 13.30 Uhr konnten die Wehrleute ihren Einsatz beenden.

Pikrinsäure findet sowohl im Schulunterricht, als auch im medizinischen und industriellen Bereich Anwendung. Regelmäßig handelt es sich um sog. „phlegmatisierte Pikrinsäure“ mit einem Wassergehalt von mehr als 30%. Die „phlegmatisierte Pikrinsäure“ ist eine Laborchemikalie und nicht explosiv. Bei der – in den Geschäftsräumen – entdeckten Pikrinsäure handelte es sich jedoch um sog. „undefinierte bzw. nicht phlegmatisierte“ Pikrinsäure. Hierbei handelt es sich um eine giftige Chemikalie, die in dem vorgefundenen trockenen Zustand explosionsgefährlich ist.

Quelle: Feuerwehr Alsdorf

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