Alsdorf: Strafanzeige gegen filmenden „Gaffer“

Einem 35-jährigen Mann, der während der Rettungsmaßnahmen beim gestrigen Unfall in der Luisenstraße die verunglückte Seniorin mit seinem Handy filmte, steht nun ein Strafverfahren wegen Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches bevor.

Passanten hatten die Rettungskräfte auf den filmenden „Gaffer“ aufmerksam gemacht. Polizeibeamte stellten daraufhin das Handy des Mannes sicher und leiteten ein Strafverfahren ein. Die Filmaufnahmen sollen nun im Zuge der Ermittlungen ausgewertet werden. Im Falle einer Verurteilung drohen dem 35-Jährigen bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldbuße.

Quelle: Polizei Aachen – Pressestelle


Immer wieder kommt es an Unfallstellen oder bei Feuerwehreinsätzen zu Behinderung durch Schaulustige bzw. Gaffer. Diese schrecken nicht davor zurück, trotz aufgestellentem Sichtschutz etc., mit ihrem Handy Foto oder Videoaufnahmen von verletzten oder betreuten Personen zu machen.

Nicht selten ist es vorgekommen das angehörige über die bekannten Sozialmedien erfahren mussten das ihre Liebsten durch einen Unfall verletzt oder sogar ihr Leben verloren haben. Solche Nachrichten zu überbringen ist Aufgabe der Polizei und Seelsorgern. Zu dem werden Angehörige der Unfallopfer über alles informiert und haben so auch die Möglichkeit die Hinterbliebenen erst mal Mental aufzufangen. Auch an der Unfallstelle selber ist es mehr als Störend wenn man sich um Personen kümmern muss die gerade mit ihrem Handy wahllos und ohne jede Hemmung Bilder und Videos erstellen. Offensichtlich sind diese Personen sich nicht darüber im klaren das sie gegen mehrere Gesetze verstoßen. Aber nicht nur der Gesetzliche Aspekt wird missachtet sondern auch die moralische und persönlichen Rechte eines Unfallopfers werden so empfindlich gestört. Durch Personen die ihr Fahrzeug abbremsen um schnell mit ihrem Smartphone ein Bild des Unfalls zu erhaschen, kommt es zu Verkehrsbehinderung und nicht selten sogar zu weiteren Unfällen. Einsatzkräfte sind nicht im Überfluss vorhanden und gerade genug Personal um an einer Unfallstelle ihre Arbeit zu machen. Müssen diese sich auch noch um Schaulustige kümmern oder sogar einen weiteren Unfall durch Gaffer abarbeiten, kommt es an der eigentlichen Unfallstelle gegeben falls zu Verzögerungen und somit für Patienten eventuell zu schweren folge Schäden oder sogar zum Tod. Man stelle sich mal als Gaffer vor, man wäre selber in einem Unfall verwickelt und Unbekannte Personen würden Fotos und Videos von ihnen machen und diese dann über die Sozialmedien verbreiten. Nicht gerade erfreulich oder? Um die Öffentlichkeit über entsprechende Geschehnisse zu informieren gibt es Pressevertreter, die in Zusammenarbeit mit Einsatzkräften stehen und die Arbeit der Einsatzkräfte weder stören noch Bilder oder Videos von Betroffenen Personen veröffentlichen. Da diese bekannt sind und sich natürlich auch ausweisen bevor diese Bild oder Videomaterial erstellen, können die Einsatzkräfte ihrem Job nach kommen ohne sich gestört zu fühlen. Hier ist ein Vertrauensverhältnis die Basis der Öffentlichkeits Arbeit. Ein Appell an alle! Rettung´s, Polizei und Feuerwehreinsätze sind kein Event. Hier zählt jede Sekunde um ein Menschenleben zu retten oder Sachwerte und Güter zu erhalten bzw. eine Ausbreitung der vorhanden Gefahr zu verhindern. Also last denn helfenden genügen Raum um ihren Job schnellst möglich erledigen zu können und stört nicht die Abläufe an Einsatzstellen. Absperrungen sind zum Schutz der Menschen aufgestellt und nicht zum Spaß. Auch an euch liebe Autofahrer, an Einsatzstellen solltet ihr Geduld haben. Einen Menschen aus seiner misslichen Lage zu retten oder zu helfen ist wichtiger als der Hunger oder ein Termin der euch antreibt. Last eure Handys in der Tasche, denn ihr wollt ja auch nicht das man euch auf sozialen Netzwerken in misslichen Lagen wieder findet. Ein Danke an die, die diesem Aufruf folgen und Zukünftig ihr Handy in der Tasche lassen oder die, die nicht mehr abbremsen um Fotos zu machen. Ein besonderes Danke an die jenigen die den Rettungskräften, Polizei und Feuerwehr genügend Raum lassen um ihren Job machen zu können. Denn jeder von uns braucht vielleicht irgend wann mal die Hilfe der Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst.

Quelle: Einsatzdoku.org

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