Berlin: Massive Angriffe auf Einsatzkräfte und Einsatzfahrzeuge an Silvester

Der Jahreswechsel vom 31.12.2017 zum 01.01.2018 stellte die Berliner Feuerwehr wie auch in den Vorjahren vor eine große Herausforderung.

In der arbeitsreichsten Nacht des Jahres galt es,  das erhöhte Einsatzaufkommen, insbesondere im Notfallrettungsdienst und in der Brandbekämpfung, zu bewältigen. Um 19 Uhr wurde planmäßige der vorgeplante Ausnahmezustand Silvester ausgerufen, die Einsätze wurden daraufhin nach Priorität und nicht nach Notrufeingang disponiert. Insgesamt wurden 1.432 Einsatzkräfte, darunter Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren, Hilfsorganisationen, der Bundeswehr (Notfallrettungsdienst) und der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk in den Dienst berufen. Im „Alltag“ befinden sich rund 583 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr ständig im Dienst. Insgesamt wurden 407 Einsatzfahrzeuge vorgehalten. An der Festmeile am Brandenburger Tor wurden zwei temporäre Feuerwachen und fünf Sanitätsstellen des Deutschen Roten Kreuz zur Absicherung der Veranstaltung „Welcome 2018“ eingerichtet. In diesem Bereich kam es zu 234 Hilfeleistungen des Sanitätsdienstes. 25 Personen mussten in Kliniken transportiert werden. Um 02:35 Uhr konnten die temporären Feuerwachen aufgelöst werden. Der Ausnahmezustand Silvester konnte um 04:50 Uhr beendet werden.

Leider kam es auch in der Silvesternacht zu teilweisen massiven Angriffen auf Einsatzkräfte und Einsatzfahrzeuge durch pyrotechnische Erzeugnisse. Ein Angehöriger der Freiwilligen Feuerwehr wurde durch körperliche Gewalt verletzt. In den Morgenstunden des 01.01.2018 wurde eine Rettungswaagenbesatzung mit Schusswaffen bedroht.

Ein Überblick über besondere Einsätze:

31.12.2017 um 19:59 Uhr, Goltzstraße 53 in Hakenfelde – es brannten ca. 50m³ Bauabfälle in einer 5.000m² großen Lagerhalle. Der Brand wurde mit 2 C-Rohren unter Einsatz von 8 Pressluftatmern gelöscht. Zur Entrauchung der Halle wurden Drucklüfter eingesetzt.

01.01.2018 um 00:16 Uhr, Torstraße 173 in Mitte – es brannten ca. 20 qm des Dachstuhles eines 6-geschossigen Wohn- und Geschäftsgebäudes. Der Brand wurde mit 2 C-Rohren unter Einsatz von 4 Pressluftatmern gelöscht.

01.01.2018 um 00:35 Uhr, Karl-Marx-Straße 186 in Neukölln – es brannte die Einrichtung eines Ladengeschäftes mit Durchbrand in eine Wohnung im 1. OG eines 5-geschossigen Wohn- und Geschäftsgebäudes. Drei Personen mussten aus dem Gebäude gerettet werden, eine davon über eine Drehleiter. Zwei Personen wurden anschließend in ein Krankenhaus transportiert. Der Brand wurde mit drei C-Rohren unter Einsatz von 22 Pressluftatmern gelöscht. Zur Entrauchung des Gebäudes wurden zwei Drucklüfter eingesetzt.

01.01.2018 um 02:15 Uhr, Oberfeldstraße 197 in Biesdorf – es brannte ein 80qm großes, eingeschossiges Holzhaus in ganzer Ausdehnung. Der Brand wurde mit einem B-Rohr und zwei C-Rohren unter Einsatz von 18 Pressluftatmern gelöscht.

01.01.2018 um 05:23 Uhr, Blasewitzer Ring 34 in Spandau – es brannte in einem Hochkeller im 1. OG eines 11-geschossigen Wohngebäudes mit starker Verrauchung der angrenzenden Treppenhäuser. Zwei Personen wurden aus dem 2. OG über eine Drehleiter gerettet und anschließend vom Rettungsdienst vor Ort betreut. Der Brand wurde mit einem C-Rohr unter Einsatz von 10 Pressluftatmern gelöscht. Zur Entrauchung der Treppenhäuser wurden drei Drucklüfter eingesetzt.

Einsatzzahlen von 19:00 bis 06:00 Uhr

2017/2018        Gesamteinsätze: 1.580           Brände: 444    Notfallrettungsdienst: 1.039  sonstige: 97 zum Vergleich:

2016/2017        Gesamteinsätze: 1.585           Brände: 433    Notfallrettungsdienst: 1.067 sonstige: 85

2015/2016       Gesamteinsätze: 1.547           Brände: 432    Notfallrettungsdienst: 1.053 sonstige: 62

2014/2015       Gesamteinsätze: 1.361           Brände: 272    Notfallrettungsdienst: 1.000 sonstige: 89

An regulären Tagen bewältigt die Berliner Feuerwehr rund 1450 Einsätze über den gesamten Tag.

Quelle: Pressestelle Berliner Feuerwehr

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