Eschweiler: Rosenmontag – Bilanz

Insgesamt wurden während der 24 Stunden 80 Rettungsdiensteinsätze (Vorjahr 78), wovon 49 „Karnevalseinsätze“ (Vorjahr 40 Stück) waren, von den Einsatzkräften bewältigt, was erneut einen Anstieg der Einsatzzahlen bedeutet.

Bei den sanitätsdienstlichen Hilfeleistungen – ohne Transport ins Krankenhaus – war ebenfalls ein leichter Anstieg auf 39 Stück (Vorjahr 35) zu verzeichnen, hierunter fielen z.B. auch Anfragen nach Aspirin aufgrund von Kopfschmerzen, Blasenpflaster aufgrund wund gelaufener Füße oder kleinere Verletzungen, die nur ambulant behandelt werden mussten. Neben insgesamt rund 55 Feuerwehreinsatzkräften der Hauptwache sowie der Löschzüge Bohl, Weisweiler, Stadtmitte und Röhe, standen rund 100 Einsatzkräfte der Eschweiler Hilfsorganisationen (DRK, MHD und JUH) mit fast 20 zusätzlichen Rettungsfahrzeugen ständig zur Verfügung, um bei Einsätzen rund um den Zug aber auch beim „normalen Alltagsgeschäft“ – welches natürlich auch noch bewältigt werden musste – sofort einzugreifen. Erneut wurde neben dem operativen Einsatzstab, der das gesamte Einsatzgeschehen von Feuerwehr und Hilfsorganisationen im und am Rosenmontagszug koordiniert, ein Einsatzstab „Rosenmontag“ im Rathaus eingerichtet, der die Arbeit von Sicherheitsdiensten (Polizei / Security / Ordnungsamt / Feuerwehr / Hilfsorganisationen), Reinigungskräften sowie Karnevalskomitee und Karnevalsgesellschaften unterstützte. Beide Institutionen waren vom frühen Morgen bis gegen 21.30 Uhr tätig. Zum dritten Mal wurde auch am Rosenmontag eine Einsatzleitung der Feuerwehr auf dem Markt gestellt, die die Arbeit der dort eingesetzten Hilfsdienste (MHD, DRK, JUH) bis in die Nacht koordinierte; hierunter fiel auch eine ganztägige Unfallhilfsstelle für den Markt an Rosenmontag. Hier versorgten die eingesetzten Kräfte insgesamt 20 (Vorjahr 18) Patienten. Nach dem Zugende standen zusätzlich noch bis zu 6 Rettungswagen und 1 Notarzt der Eschweiler Hilfsorganisationen bis gegen 02.00 Uhr zur Verfügung und führten im Bereich Markt / Dürener Str. / Schnellengasse bzw. im Stadtgebiet noch diverse Einsätze durch.  Feuerwehrtechnische Einsätze fielen fast nur nach Ende des Rosenmontagszuges an, allerdings forderten sie die Einsatzkräfte – insbesondere am Markt – sehr. Um 09.32 Uhr rückte ein Löschfahrzeug zu einer medizinischen Erstversorgung eines Patienten an der Dürener Straße aus, da kein Rettungsmittel in Eschweiler zur Verfügung stand. Ebenfalls in der Dürener Straße forderte um 17.53 Uhr die Polizei die Unterstützung der Feuerwehr an, so dass die Hauptwache mit den Löschzügen Stadtmitte dorthin ausrückte. 15 Kräfte befanden sich bis 19.00 Uhr dort im Einsatz. Nachdem bis zum späten Nachmittag keine Verletzten nach Schlägereien zu verzeichnen waren, änderte sich danach die Stimmung und es kam zu Auseinandersetzungen im Bereich des Marktes. Um 22.12 Uhr wurde dann die Feuerwehr über eine Reizgasattacke im Festzelt informiert . Beim Eintreffen der ersten Kräfte des Rettungsdienstes, der Wache sowie der Löschzüge Stadtmitte und Dürwiß hatten Security und Veranstalter bereits mit der Räumung des Zeltes begonnen, da vermutlich dort Pfefferspray versprüht worden war. Diverse Personen mussten auf der Straße vor dem Zelt von 3 Notärzten sowie Rettungsdienstpersonal aus der gesamten Städteregion untersucht und behandelt werden. Es wurde ein „MANV-Alarm“ (Massenanfall von Verletzten) ausgelöst, so dass schließlich 10 Rettungswagen, 3 Notärzte und 3 Löschzüge vor Ort tätig waren. Insgesamt wurden 14 Personen verletzt, wovon 11 Personen mit Augen- und Atemwegsreizungen in die Krankenhäuser Eschweiler, Stolberg und Würselen transportiert werden mussten. Die Veranstaltung im Festzelt wurde danach abgebrochen. Die Polizei hat die Ermittlungen zu den Verursachern aufgenommen. Gegen 00.40 Uhr forderte die Polizei die Unterstützung der Wehr in der Odilienstraße an, wo man eine hilflose Person hinter verschlossener Tür vermutete. Die Kameraden der Feuer- und Rettungswache konnten jedoch vor Ort keine Feststellung machen, so dass man den Einsatz abbrach. Um 01.59 Uhr wurde ein schwerer Verkehrsunfall auf der BAB 4, zwischen den Anschlussstellen Eschweiler Ost und West, in Fahrtrichtung Aachen gemeldet, zu dem 2 Rettungswagen, ein Notarzt sowie die Hauptwache und der Löschzug Weisweiler, mit insgesamt 25 Kräften aurückten. Dort war ein PKW auf einen LKW aufgefahren, wobei dieser den Unfall anscheinend nicht bemerkt hatte und weiterfuhr. In dem PKW wurde eine Person schwer und eine weitere leicht verletzt, so dass beide vom Rettungsdienst und Notarzt behandelt werden mussten. Die weiteren Kräfte sicherten die Unfallstelle ab, leuchteten diese aus und streuten ausgelaufene Betriebsstoffe ab. Bis 4 Uhr waren die Einsatzkräfte mit dem Unfall beschäftigt, ehe sie zu ihren Standorten zurückkehren konnten. Am PKW entstand im übrigen ein Totalschaden. Ab 4 Uhr beruhigte sich langsam das Einsatzgeschehen.

Fazit:
Im Vergleich zum letzten Jahr stiegen die Einsatzzahlen leicht an, was hauptsächlich auf den Reizgaseinsatz am Markt zurückzuführen ist. Am Nachmittag sah es noch nach einem Rückgang der Einsatzzahlen aus, allerdings stieg das Einsatzaufkommen am Abend dann doch noch deutlich an. Eine markante Beruhigung des Einsatzgeschehens trat erst gegen 4.00 Uhr am frühen Morgen ein. Positiv ist zu erwähnen, dass – analog zu Weiberfastnacht – keine Einsatzkräfte verletzt oder angegriffen wurden und es keine Unfälle von Zugteilnehmern gab. Allerdings ist es uns unverständlich, dass während die Verletzten der Reizgasattacke vor dem Festzelt rettungsdienstlich versorgt wurden – trotz Absperrungen der Polizei – die Arbeiten durch andere Besucher auf dem Handy „festgehalten“ wurden.

Quelle: Feuerwehr Eschweiler


Der Rosenmontagszug in Eschweiler verlief aus Sicht der Polizei überwiegend friedlich und ohne größere Störungen. Es waren zumeist alkoholisierte Personen, die durch kleinere Delikte, wie Sachbeschädigungen, randalierendes und pöbelndes Verhalten negativ auffielen. Insgesamt mussten die Beamten sieben von ihnen in Gewahrsam nehmen. Zum Ende des Zuges gegen 18 Uhr kam es dann bei steigendem Alkoholpegel in Höhe Dürener Straße Ecke Schnellengasse zu einer Schlägerei unter mehreren Personen. Im Verlauf dieses Einsatzes kam es zu einer Widerstandshandlung, bei der zwei Polizisten leicht verletzt wurden. Die Beamten nahmen einen Tatverdächtigen fest und zwei Personen in Gewahrsam. Im Verlauf des Abends musste die Polizei noch mehrfach eingreifen, Streitigkeiten schlichten, Streithähne nach Schlägereien trennen und renitente Karnevalisten in Gewahrsam nehmen. So wurden die Einsatzkräfte gegen 20.25 Uhr zu einer größeren Schlägerei in der Grabenstraße gerufen. Im Rahmen der Personalienfeststellung und der Klärung des Sachverhalts verhielt sich ein 20- Jähriger äußerst aggressiv, beleidigte die Beamten und schlug nach ihnen. Der junge Mann musste zu Boden gebracht und gefesselt werden. Während der Fixierung am Boden kam es zu einem medizinischen Notfall, in dessen Verlauf der 20- Jährige durch Polizeibeamte reanimiert werden musste. Beim Eintreffen der herbeigerufenen Rettungskräfte war er wieder bei Bewusstsein. Jegliche Hilfe der Sanitäter lehnte er vehement ab und sperrte sich gegen alle weiteren Maßnahmen. Nach einem erneuten Anfall musste er von den Rettungskräften ins Krankenhaus gebracht werden. Im Kranken-haus randalierte der 20 -Jährige weiter und beging dort noch eine Sachbeschädigung. Im Laufe des Abends konnte er das Krankenhaus wieder verlassen. Den jungen Mann erwartet nun ein Strafverfahren wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Sachbeschädigung. Gegen 21.30 Uhr kam es in der Schnellengasse zu einem Körperverletzungsdelikt. Ein unbekannter Tatverdächtiger schlug einem 25- jährigen Mann mit einer Bierflasche gegen den Kopf. Der Geschädigte musste schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Eine Fahndung nach dem Täter verlief ohne Erfolg. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten sich bei der Polizei zu melden. Einen größeren Einsatz von Polizei- und Rettungskräften machte dann eine körperliche Auseinandersetzung zwischen zwei jungen Männern nötig. Im Festzelt am Markt zerschlug ein 26- Jähriger ein Bierglas auf dem Kopf eines 19- Jährigen und sprühte ihn anschließend mit Reizstoff ein. Durch das Versprühen des Pfeffersprays musste die Veranstaltung unterbrochen und das Zelt geräumt werden. Nach jetzigem Stand wurden 14 Personen durch das Spray verletzt, elf von ihnen brachten Rettungskräfte ins Krankenhaus. Nachdem die Feuerwehr das Zelt gelüftet hatte, konnte die Veranstaltung fortgesetzt werden. Die Beamten stellten den zunächst flüchtigen Tatverdächtigen in Tatortnähe. Ihn erwartet nun ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung.

Quelle: Polizei Aachen – Pressestelle

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Kommentare sind geschlossen