Eschweiler: Weiberfastnacht – Bilanz

Das seit einigen Jahren bereits etablierte Einsatzkonzept „Weiberfastnacht“ der Feuerwehr Eschweiler, gemeinsam mit den Eschweiler Hilfsorganisationen (Malteser Hilfsdienst, Johanniter Unfallhilfe und Deutsches Rotes Kreuz) wurde auch in diesem Jahr wieder erfolgreich umgesetzt. Dabei wird zum einem der reguläre Rettungsdienst der Feuerwehr Eschweiler durch 4 zusätzliche Rettungsfahrzeuge der Hilfsorganisationen verstärkt, so dass im Stadtgebiet insgesamt 9 Rettungsfahrzeuge zur Verfügung stehen, die auch zeitweise alle parallel im Einsatz sind. Erneut wurde – aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre – ein eigener Notarzt für die Stadt Eschweiler gestellt, da gerade an solchen „Feiertagen“ die städteregionalen Notärzte stark beansprucht sind und so längere Wartezeiten vermieden werden.

Zum anderen werden im Bereich Marienstraße und Markt jeweils Unfallhilfsstellen errichtet, an denen verletzte Personen erstversorgt und untersucht werden können. So kann in aller Ruhe vor Ort entschieden werden, ob ein Transport ins Krankenhaus erfolgen muss oder nur eine ambulante Versorgung notwendig ist. Im Falle eines Transportes wird der bereits erstversorgte Patient dann in ein geeignetes Krankenhaus transportiert. Die Hilfsorganisationen bildeten gemeinsam mit Polizei, Ordnungsamt, Security und Feuerwehr eine gemeinsame „Veranstaltungsleitung“ für die karnevalistischen Veranstaltungen in der Marienstraße, beim Kinderzug Eschweiler-Ost sowie am Markt. Hierbei unterstützen zwei Einsatzleitwagen der Johanniter Unfall Hilfe und der Städteregion Aachen sowie der Abrollbehälter „Einsatzleitung“ der Feuerwehr Eschweiler. Aufgrund der Erfahrungen der letzten „Weiberfastnachtsfeiern“ wurden in diesem Jahr auch wieder 43 freiwillige Einsatzkräfte der Löschzüge Bohl, Kinzweiler, Weisweiler sowie Stadtmitte, im Zeitraum zwischen 08.00 und 00.30 Uhr, zusätzlich in den Dienst gerufen. Sie hielten sich während des gesamten Zeitraumes in ihren Räumlichkeiten am Florianweg, in Bohl, Kinzweiler oder Weisweiler auf und konnten bei Feuer- oder Hilfeleistungseinsätzen sofort gemeinsam mit den hauptamtlichen Kräften ausrücken. An den beiden Unfallhilfsstellen wurden insgesamt 79 (Vorjahr 44) Hilfeleistungen (ambulante Versorgungen) verzeichnet, die wiederum zu 16 (Vorjahr 09) Transporten ins Krankenhaus führten. Weiterhin waren in den Bereichen Markt, Innenstadt, Marienstraße ständig Trupps der Sanitätsorganisationen unterwegs, um im Bedarfsfall sofort sanitätsdienstliche Maßnahmen zu ergreifen. Die Unfallhilfsstelle am Markt konnte in diesem Jahr erst gegen 23.45 Uhr komplett aufgelöst werden, da erst dann das Einsatzaufkommen zurückging. Insgesamt rückten alle Eschweiler Rettungsfahrzeuge während der 24 Stunden zu 66 Einsätzen (Vorjahr 47) aus, wovon mindestens 33 Einsätze (Vorjahr 17) karnevalsbedingte Ursachen (Alkohol, Schlägereien….) hatten. Jüngste „Karnevalspatientin“, aufgrund eines überhöhten Alkoholgenusses, war gegen 16.00 Uhr (Vorjahr 16.48 Uhr) ein 15-jähriges Mädchen; insgesamt mussten 12 Jugendliche (Vorjahr 5) unter 18 Jahren, aufgrund dieser Diagnose, ins Krankenhaus transportiert werden. Neben den Kollegen der Feuer- und Rettungswache (20 Kolleginnen und Kollegen) waren zusätzlich rund 50 Angehörige der Eschweiler Hilfsorganisationen sowie 43 Kräfte der freiwilligen Feuerwehr im Einsatz. Neben den zahlreichen rettungsdienstlichen Einsätzen waren nur 3 Hilfeleistungen und kein Feuer zu verzeichnen. Darunter fallen die beiden Einsatzleitungen an der Marienstraße und auf dem Markt inclusive des Auf- und Abbaus der LKW-Sperren in beiden Veranstaltungsbereichen. Da es am Nachmittag zu einem Engpass bei den verfügbaren Rettungsfahrzeugen kam, musste ein Löschfahrzeug des Löschzugs Bohl als sogenannter „First Responder“ bei einer medizinischen Erstversorgung einer Patientin in der Innenstadt eingesetzt werden. Die Einsatzbereitschaften der freiwilligen Feuerwehrkräfte konnten um 00.30 Uhr und die der Hilfsorganisationen gegen 02.00 Uhr beendet werden. Gegen 02.00 Uhr beruhigte sich dann das Einsatzgeschehen sehr stark und die Rettungsdienstkräfte der Feuer- und Rettungswache rückten nur noch zu wenigen Einsätzen aus.

Fazit:
Im Vergleich zum letzten Jahr stiegen die Gesamteinsatzzahlen des Rettungsdienstes doch deutlich an, insbesondere waren mehr Verletzte nach Schlägereien zu verzeichnen. Ab dem späten Nachmittag war auch eine Zunahme der parallelen Alarmierungen der Rettungsmittel zu verzeichnen. Der zusätzliche Notarzt für das Stadtgebiet Eschweiler musste mehrfach eingesetzt werden. Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen oder der Feuerwehr wurden auch in diesem Jahr weder tätlich angegriffen noch anderweitig verletzt. Verletzungen durch Glas waren ebenfalls nicht zu verzeichnen, so dass das Glasverbot im Bereich des Marktes erneut nur als voller Erfolg bezeichnet werden kann.

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Textquelle: Feuerwehr Eschweiler
Bildquelle: M.Weidenfeld – Einsatzdoku.org

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